Start der Präventions- und Meldestelle
Die Präventions- und Meldestelle der Stiftung WohnWerk nimmt heute offiziell ihre Arbeit auf. Sie ist eine vertrauliche Anlaufstelle für alle Menschen die in der Stiftung WohnWerk leben, arbeiten und teilhaben.
Warum es eine Präventions- und Meldestelle braucht
Menschen mit Beeinträchtigungen sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, Grenzverletzungen, Übergriffen oder Gewalt zu erleben. Umso wichtiger sind verlässliche Strukturen, die Schutz ermöglichen, Meldungen ernst nehmen und Unterstützung zugänglich machen. Die Stiftung WohnWerk schafft mit der Präventions- und Meldestelle genau einen solchen Rahmen: niedrigschwellig, klar organisiert und auf die Bedürfnisse der Menschen mit Beeinträchtigungen ausgerichtet.
Die neue Stelle reagiert damit auf einen konkreten Bedarf. Sie bietet die Möglichkeit, Beobachtungen und eigene Erfahrungen vertraulich zu melden, sich beraten zu lassen und auf Wunsch Begleitung zu erhalten. Gleichzeitig hilft jede Meldung dabei, Strukturen zu überprüfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Schutzmassnahmen weiterzuentwickeln.
Schutz und Teilhabe im Sinn der UN-Behindertenrechtskonvention
Die Präventions- und Meldestelle steht im Zusammenhang mit der UN-Behindertenrechtskonvention. Besonders relevant sind dabei Artikel 16 zum Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung sowie Artikel 9 zur Zugänglichkeit von Informationen, Kommunikation und Schutzmechanismen. Die Stiftung WohnWerk versteht Schutz als Teil einer barrierearmen, respektvollen und selbstbestimmten Umgebung.
Das bedeutet konkret: Informationen müssen verständlich sein, Zugänge müssen funktionieren, und Unterstützung muss verfügbar sein.
So ist die Präventions- und Meldestelle entstanden
Der Aufbau der Präventions- und Meldestelle orientiert sich am «Bündner Standard», einem bewährten Modell für Schutz, Prävention und professionelle Bearbeitung von Meldungen.
In der Entwicklung der Stelle wurden verschiedene Aspekte sorgfältig durchdacht: Wie kann der Zugang möglichst niederschwellig gestaltet werden? Wie können Gespräche in einem geschützten Rahmen stattfinden? Welche Abläufe braucht es nach einer Meldung? Und wie können die Ansprechpersonen neutral begleiten und gleichzeitig verlässlich unterstützen? Diese Fragen prägten den Aufbau der Stelle ebenso wie die Überzeugung, dass Prävention und Schutz nur dann wirksam sind, wenn sie klar geregelt, verständlich kommuniziert und im Alltag verankert sind.
Ein wichtiger Grundsatz war zudem, die Perspektiven von Menschen mit Beeinträchtigungen und Fachpersonen in die Entwicklung einzubeziehen. Die Präventions- und Meldestelle wurde mit Blick auf Zugänglichkeit, Nutzbarkeit und Vertrauen konzipiert.
Was die Stelle konkret bietet
Mit dem offiziellen Start sind die zentralen Grundlagen geschaffen: Abläufe sind definiert, Meldeformulare liegen vor und die Ansprechpersonen stehen bereit. Die Präventions- und Meldestelle nimmt Meldungen entgegen, hört zu, berät und begleitet neutral. Darüber hinaus arbeitet sie künftig präventiv, sensibilisiert für Grenzverletzungen und unterstützt den Aufbau eines Umfelds, das Sicherheit und Selbstbestimmung stärkt.
Die Stelle ist damit ein Ausdruck der Haltung der Stiftung WohnWerk: Grenzüberschreitungen sollen nicht tabuisiert, sondern ernst genommen werden. Schutz soll nicht erst dann Thema sein, wenn etwas passiert ist, sondern vorher.
Ein wichtiger Schritt für mehr Sicherheit und Selbstbestimmung
Mit der offiziellen Aufnahme ihrer Arbeit setzt die Präventions- und Meldestelle ein klares Zeichen. Die Stiftung WohnWerk schafft einen Ort, an dem Menschen Gehör finden, Unterstützung erhalten und ihre Beobachtungen oder Erfahrungen einbringen können. Gleichzeitig stärkt sie damit die Prävention und entwickelt ihre Schutzstrukturen gezielt weiter.
So wird deutlich: Sicherheit, Schutz und Selbstbestimmung sind in der Stiftung ein konkreter Auftrag. Die Präventions- und Meldestelle ist ein wichtiger Schritt, um diesem Auftrag im Alltag sichtbar und wirksam nachzukommen.